+++   „Thulkes Welt“  +++     
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„Thulkes Welt“ – die Cartoons von Peter Thulke im Cartoonmuseum

26.02.2019

Zum Saisonstart präsentiert das Cartoonmuseum Brandenburg eine neue Ausstellung mit dem Berliner Cartoonisten Peter Thulke. Ein wahres Feuerwerk voller hintergründigem Humor, grotesken Familiendramen und skurrilen Einfällen präsentiert die Schau „Thulkes Welt“.
Mit rund 160 Originalzeichnungen zeigt das Museum einen Querschnitt durch das Lebenswerk des Künstlers, der u.a. auch viel für die Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ zeichnet.

1951 in Wismar geboren, suchte Peter Thulke 1980 sein Exil in der Anonymität der Großstadt Berlin - anfangs im Osten und später im Kreuzberger Westen, wo er bis heute lebt und arbeitet.
Er zeichnet für die Kinderzeitschrift „BUMMI“ und die „Berliner Zeitung“. Der Durchbruch gelang ihm mit Cartoons im Berliner Stadtmagazin „Zitty“. Die Arbeit für Satirezeitschriften wie „Eulenspiegel“ und den Schweizer „Nebelspalter“ sowie „Medical Tribune“ und „Psychologie heute“ ließen ihn zu einem bekannten, beliebten und preisgekrönten Klassiker des Cartoons werden.

Die öffentliche Vernissage ist am Samstag, dem 2. März um 14 Uhr. Gäste sind gern gesehen und an diesem Tag ist wie immer der Eintritt frei! Der Künstler und viele seiner Zeichnerkolleg*innen werden zur Eröffnung anwesend sein.
Die Ausstellung läuft dann bis zum 30. Juni und ist in der Saison wieder Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag jeweils von 13-17 Uhr für Besucher geöffnet. Zu finden ist das Cartoonmuseum in der Nonnengasse 3, 15926 Luckau – hinter der Kulturkirche – und im Internet auf
www.cartoonmuseum.de !

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Angaben im Überblick:

Ausstellungstitel: „Thulkes Welt“ - Cartoons und vieles mehr von Peter Thulke

Künstlet: Peter Thulke

Eröffnung: Samstag – 2. März um 14 Uhr

Dauer: 02.03. – 30.06.2019

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag 13-17 Uhr

Eintritt: 2 € / ermäßigt 1 €, Kinder unter 12 Jahren frei
Schulklassen ... bitte auf Voranmeldung zu Projekttagen

Adresse: Cartoonmuseum Brandenburg
Nonnengasse 3 (Autozufahrt über die Nordpromenade)
15926 Luckau

Webseite: www.cartoonmuseum-brandenburg.de

Info-Telefon: 03375 / 52 930 44

 

 

Biografie des Künstlers

Peter Thulke wird 1951 in Wismar geboren. Mit der Zeichnerei geht es schon in der Schulzeit los. „Da musste ich den Pausenclown machen, um nicht unterzugehen“, erinnert er sich. Als stilles Kind ohne Geschwister hat er seine eigenen Methoden, die Widrigkeiten des Alltags zu bewältigen. Negative Erfahrungen zieht er ins Lächerliche, Trauer wird in Humor umgekehrt. Früh lässt Peter Thulke seiner Fantasie freien Lauf und fertigt im Stil technischer Zeichnungen die unterschiedlichsten Ansichten von selbst erfundenen Motorrädern, Autos, Flugzeugen und vielem mehr an.

In Wismar nimmt er Zeichenstunden, bewirbt sich später in Heiligendamm auf der Kunstschule, wird dort abgelehnt und beginnt eine Maschinenbaulehre mit Abitur. Der anschließende Besuch der Fachhochschule mit dem Ziel Schiffsbauingenieur endet nach kurzer Zeit. Die vernichtende Einschätzung des Lehrkörpers: Peter Thulke fügt sich nicht ins Kollektiv ein, kapselt sich ab. Das wird zu DDR-Zeiten überhaupt nicht gern gesehen. So arbeitet er denn auf der Werft und später im Dieselmotorenwerk in Wismar.

1980 verlässt er die Kleinstadt, zieht ins damalige Ostberlin um. In der Anonymität der Großstadt sucht er sein Exil, wo er von keinem gekannt und belästigt wird. Er wird Bühnenarbeiter am damaligen Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft und bewirbt sich – noch einmal erfolglos – an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin-Schöneweide.

Anfang der achtziger Jahre beginnt er, Bildgeschichten für Kinder zu zeichnen. Eine der ersten mit dem Titel „Von 1-10 gibt es viel zu sehen“ bietet er dem Verlag Junge Welt an, der damals nahezu alle Kinder- und Jugendzeitschriften und auch -bücher heraus gibt. Aber er scheitert an einer weiteren DDR-typischen Hürde: Veröffentlichen, Vervielfältigen und Drucken durfte nur, wer z.B. Mitglied im Verband Bildender Künstler oder Verband der Journalisten war. Autodidakten bekamen dort nicht so einfach Zugang. Da aber der Verlag Junge Welt Interesse zeigt, gibt es doch noch eine Lösung: Peter Thulke, so wird ihm mitgeteilt, müsse in einem Verlag arbeiten und könne dann veröffentlichen. So wird er Bote bei der „Berliner Zeitung“ – und 1982 druckt die Kinderzeitschrift „Bummi“ seine Bildgeschichten ab.

Für den Verlag Junge Welt entwirft er auch Bastelbögen für Kinder. So führt er seine frühe Leidenschaft der Kindheit zu tüfteln und zu konstruieren fort. Eine Rummelplatzschaukel mit Harley-Davidson-Motorrad findet allerdings nicht ganz die Anerkennung der Genossen. Auch ein Rennauto mit großer Ähnlichkeit zu Formel-1-Fahrzeugen als Pusteauto wird erst gedruckt, nachdem es vom Erfinder Thulke politisch korrekt in einen Pustetraktor umkonstruiert und gezeichnet wird.

Zur gleichen Zeit, Anfang der achtziger Jahre, erscheinen auch erste Karikaturen in der „Berliner Zeitung“ und der Satirezeitschrift „Eulenspiegel“.

Als Peter Thulke 1987 aus persönlichen Gründen einen Ausreiseantrag stellt, ist dies gleichzeitig auch das Aus für die Möglichkeit, gedruckt zu werden. Bis zur Bewilligung des Antrags arbeitet er als Kraftfahrer für die Kirche. Im April 1989 kann er nach Westberlin umziehen. Nach Aufenthalten in Aussiedlerheimen landet er schließlich in Kreuzberg, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Im Gepäck hat er damals Zeichnungen zu seinem Hobby Motorradfahren, die die Zeitschrift „Motorrad“ dann auch veröffentlicht.

Seinen Lebensunterhalt verdient er allerdings weiter als Kraftfahrer, den Ideennotizblock auf dem Beifahrersitz, und zeichnet eifrig nebenberuflich.

Bekannt wird Peter Thulke mit seinen Zeichnungen aber erst richtig, als das Berliner Stadtmagazin „Zitty“ diese regelmäßig druckt. Auch wenn er dort lange nur als Phantom gilt, da ihn nie ein Redakteur, sondern immer nur der Nachtbriefkasten zu Gesicht bekommt, ist dies der Durchbruch für seine Arbeit als Cartoonist.

Im Jahr 2000 wagt er den Schritt in die Selbständigkeit. Und es geschieht, was er früher nie gedacht hätte: „Der Druck, du musst Geld haben, macht kreativ ...“, sagt er. Und wie kreativ, das belegt die Zahl der Zeitungen, für die er seither arbeitet oder gearbeitet hat: „Morgenpost“, „Lausitzer Rundschau“, „Märkische Allgemeine“, „Braunschweiger Zeitung“, „Sächsische Zeitung“, „Leipziger Volkszeitung“, „Badische Zeitung“, „Frankenpost“ und viele mehr.

Ab 2003 zeichnet er für die Zeitschrift „Psychologie heute“ ganzseitige Cartoons zu aktuellen Themen. Satirezeitschriften wie ehemals „Kawalski“ oder der „Eulenspiegel“ und der Schweizer „Nebelspalter“ drucken Cartoons von Peter Thulke.

Genannt seien noch die „Medical Tribune“, in der er zwei Jahrzehnte regelmäßig vertreten ist, weitere medizinische Zeitschriften, Unternehmenszeitschriften der Pharmaindustrie und das Kirchenblatt „image“.

Auch die Arbeit für Kinder geht weiter. So entstehen seit Jahren Bildgeschichten u.a. für die „Digitale Schule Bayern“. Die bislang umfangreichste Serie hierfür ist „Mutter und Sohn“. Dazu kommen Illustrationen zu Schulbüchern und Lernhilfen sowie Titelentwürfe, z.B. für den Mainzer Banger Verlag. Zu nennen wären noch Kalender, Postkarten und Cartoonbände beim Eulenspiegel-, beim Lappan-Verlag und Bild und Heimat.

Peter Thulke ist in allen wichtigen Ausstellungen vertreten, national und international. Er u.a. wird Sieger beim Internationalen Cartoonfestival in Langnau 2004 und erhält beim Stuttgart Award 2007 zum Thema „Faszination Auto“ den Sonderpreis.

Seine Arbeiten waren auch im Ausstellungsprojekt „Test the West“ zu sehen, dass vom Cartoonmuseum Brandenburg bereits 2011 für das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover kuratiert wurde.

   …. zur Galerie !!!  

 

Foto: Plakat zur Ausstellung - Motiv von Peter Thulke