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Lothar Otto - PRottoTYPEN - Cartoons, Nonsens und vieles mehr

27.07.2015

1. August - 25. Oktober 2015

 

"Ich denke, also spinn ich." ist das Motto des 83jährigen Zeichners, dessen Cartoons und Zeichenstil noch immer frisch daher kommen.

Weit über seine Veröffentlichungen in der Satirezeitschrift "Eulenspiegel" hinaus ist der Leipziger und Cartoonlobbyist bekannt, zählt längst zu den Klassikern der ostdeutschen Karikatur.

 

Das Cartoonmuseum Brandenburg in Luckau widmet dem Zeichner Lothar Otto eine umfangreiche Ausstellung als Querschnitt durch sein künstlerisches Schaffen. Rund 100 Cartoons werden im Original gezeigt. Sie stammen aus dem Zeitraum 1974 - 2015. Hinzu kommen Illustrationen zu Kinderbüchern, Originalzeichnungen aus seinen Cartoonbüchern und freie Arbeiten.

 

Die Bilder von Lothar Otto sprechen ihre eigene Sprache mit feiner Ironie, versponnenem Witz, aber auch Schwarzem Humor. Sie vermitteln ein Stück phantasievolle Alltagsgeschichte, bewahren sich ihre Aktualität über den Tag hinaus und werden überall auf der Welt verstanden.

Zu recht erhalten Cartoons von Lothar Otto immer wieder Preise im In- und Ausland. Inzwischen sind es über 25 Auszeichnungen. Bis heute veröffentlicht er regelmäßig im „Eulenspiegel“ und in der Schweizer Satirezeitschrift „Nebelspalter“.

 

Dankenswerter Weise überlässt Lothar Otto der „Sammlung_Museum für Humor und Satire“ eine große Zahl von Originalzeichnungen, die in der Ausstellung zu sehen sind und ein gutes Drittel der gezeigten Arbeiten ausmachen. Das Museum ist dafür sehr dankbar und freut sich darüber, dass darunter auch Cartoons sind, die bereits für die Ausstellung „Eulenspiegel – Klassiker der ostdeutschen Karikatur“ 2008 im Wilhelm-Busch-Museum Hannover durch die jetzigen Initiatoren des Luckauer Cartoonmuseums ausgewählt wurden. Der opulente Ausstellungskatalog von damals ist auch weiterhin Museum erhältlich.


Am 2. August um 14 Uhr ist die Vernissage in Anwesenheit des Künstlers, zu der Gäste bei freiem Eintritt gern gesehen sind.


 

Gezeigt wird die Ausstellung vom 1. August – 25. Oktober 2015. Geöffnet ist das Cartoonmuseum am Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag jeweils von 13-17 Uhr. Es befindet sich in der Nonnengasse 3 hinter der Kulturkirche in 15926 Luckau. Der Eintritt beträgt 2, ermäßigt 1€ und für Kinder bis 12 Jahre ist dieser frei.


Bildbeispiele hier in der Galerie


 

Biografie

Lothar Otto

(*24.3.1932)

 

Die Zeichnungen von Lothar Otto sind zeitlos und an keinen bestimmten Ort oder gesellschaftliche Verhältnisse gebunden.

Sein Stil ist von grafischer Klarheit, verspielter Naivität und frischer Ausstrahlung.

Der ruhige, bescheidene Zeichner macht nicht viel Aufhebens von sich. Was er sagen will, sagt er durch seine Cartoons. Sie sprechen ihre eigene Sprache mit feiner Ironie, versponnenem Witz, aber auch Schwarzem Humor.

Die Arbeiten von Lothar Otto vermitteln uns ein Stück phantasievolle Alltagsphilosophie.

Seine kritischen Betrachtungen zu Politik und Gesellschaft sind verallgemeinernd und treffsicher. Sie bewahren sich ihre Aktualität über den Tag hinaus und werden überall auf der Welt verstanden. Zu Recht erhalten Cartoons von Lothar Otto immer wieder Preise im In- und Ausland.

 

Sein Motto: Ich denke, also spinn ich.

 

Lothar Otto wird 1932 in Chemnitz geboren. Nach dem Schulabschluss erlernt er den Beruf des technischen Zeichners.

 

Von 1952- 1957 studiert er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Obwohl er sich bereits in der Schulzeit für Karikaturen interessiert, ist doch erst zum Ende seines Studiums klar, dass seine weitere Entwicklung in diese Richtung geht.

 

Nach dem Studium arbeitet er als Angestellter bei der DEWAG, einer staatlichen Werbeagentur in Gera. Seit 1960 ist Lothar Otto als freiberuflicher Grafiker und Illustrator tätig und lebt in Leipzig.

 

Seine erste Eulenspiegel- Zeichnung erscheint 1961 im „Gemüsegarten“, einer Seite, die den Einsendungen von Nachwuchszeichnern vorbehalten ist. Mitte der 60er Jahre hat er sich durchgesetzt. Weitab von der Berliner Redaktion, liefert Lothar Otto kritische Humorzeichnungen, die sich nicht an den Maßgaben und Vorschlägen der Redaktion orientieren.

1971 erscheint im »Eulenspiegel« erstmals das Nilpferd „Ottilie“, ein Geschöpf, das dem Zeichner sehr am Herzen liegt. Eine eigene Geschichte mit diesem erscheint 1980 im Kinderbuchverlag und wird zu einem Bestseller. Illustrationen zu Kinderbüchern anderer Autoren folgen. Tiere spielen dabei eine wichtige und immer wiederkehrende Rolle.

 

Eine weitere unerschöpfliche Ideenquelle sind Wortspielereien. So heißen Bücher von ihm »Popogei und Telefant« »Ottografieh« oder »Otto´s Wortspielcasino«. Nimmt man Lokomotiven, Heuschrecken, Könige ... als Lieblingsmotive mit dazu, ist man schon mitten drin in der versponnenen Welt von Lothar Otto.

 

Seine Cartoons erscheinen ab 1963 in der Frauenzeitschrift »Für Dich«, ab 1966- mit Unterbrechungen- in der »Freien Welt« und ab 1967 im »Magazin«. Von 1974-1987 gibt es Zeichnungen von ihm auf der Humorseite zur Wochenendbeilage der »Leipziger Volkszeitung«. Er zeichnet für die Zeitschrift »Elternhaus und Schule« und in den 80er Jahren für das Jugendmagazin »Neues Leben«.

In seinen 55 Berufsjahren ist er aber auch als Grafik- Designer tätig. Er entwirft Wandgestaltungen für Kindergärten und Ausstattungen für Cafés, zeichnet Pausen- Trickfilme wie die „Beschreibung eines Tigers“ und Pausentafeln für das Fernsehen der DDR. Otto illustriert über ein Dutzend Humorbücher für den Eulenspiegel Verlag. Er fertigt Illustrationen zur regionalen Geschichte und zu Büchern in sächsischer Mundart.

Von 1985-1990 arbeitet er mit an der Zeitschrift »Der Drache« und ist von 1990-1997 Mitglied der Redaktion.

 

Die Cartoons von Lothar Otto finden ihre nationale und internationale Anerkennung, bei Ausstellungen und Wettbewerben bekommt er mehr als 25 Preise, darunter dreimal bei der Biennale im Greizer Satiricum 1978/80/82 (zwei erste Preise und den Preis der Zeitschrift Eulenspiegel), zwei dritte Preise und den Preis der Satirezeitschrift in Gabrowo/ Bulgarien 1973/81 und 1975. Die Silbermedaille 1979 in Arcona/ Italien, 1980 den „Goldenen Hut“ in Knocke Heist / Belgien, 1992 der Spezialpreis in Skopje/ Jugoslawien , 1996 der Publikumspreis der „Karikatura“/ Rostock, 1998 die Silbermedaille in Legnice/Polen und 2007 der 3. Preis beim Stuttgart Cartoon Award seien hier noch genannt.

 

Bis zum heutigen Tage veröffentlicht er regelmäßig im »Eulenspiegel« und in der Schweizer Satirezeitschrift »Nebelspalter«.


 

(Autor Andreas Nicolai aus dem Katalog "EULENSPIEGEL - Klassiker der ostdeutschen Karikatur" zur gleichnamigen Ausstellung 2008 im Wilhelm-Busch Museum Hannover)

 

 

 

 

 

Foto: Ausstellungsplakat -Motiv von Lothar Otto