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"DENK-ZETTEL" _Arbeiten von Joseph W. Huber (1951-2002)

01.10.2012

Für Joseph W. Huber ging es vor allem darum, Postkarten zu produzieren. Kunstwerke sollten so gestaltet sein, dass sie jeder haben, mitnehmen und verbreiten konnte. Nicht das Unikat war sein Metier, sondern die vervielfältigte Graphik oder das in Auflage gedruckte Plakat. Seit 1979 prangerte er mit seinen Beiträgen gesellschaftliche Probleme an und deckte menschliches Fehlverhalten auf. Er nannte seine Wort-Bild-Montagen folgerichtig „DENK-ZETTEL“, die auch heute noch von erschreckender Aktualität sind.

 

1986 begann er die SCHILDERungen. Mit der Kamera, ohne jegliche Montage hielt er Schilder fest, die eine Botschaft in die Welt stellten, durch Umgebung und Kontext aber zugleich etwas ganz anderes schildern. Sie provozierten ein Schmunzeln oder Lachen, wenn auch oft mit bitterem Nachgeschmack. Huber hält die Kuriositäten im DDR-Alltag und später der Wendezeit fest, die dann ebenfalls als Postkartenedition auch zusammen mit anderen Künstlern erschienen.

 

Gezeigt werden darüber hinaus verschiedene Op Art Experimente aus den frühen 1970er Jahren. Auch die Konkrete Poesie beschäftigte Huber, was sich in der Graphikmappe "eNDungen", in seinen Mail Art Arbeiten sowie in diversen Beiträgen für Zeitschriften niederschlug. Daraus wird ebenfalls eine Auswahl zu sehen sein, ebenso gelangen Objekte und andere grafische Arbeiten zur Ausstellung.


Diese Ausstellung aus den Beständen der "Sammlung_Museum für Humor und Satire" und mit zusätzlichen Leihgaben erinnert an einen engagierten Ostberliner Künstler, seine Projekte und seinen Austausch mit anderen Gleichgesinnten.

 

Biografie - Joseph W. Huber

  • geboren 1951 in Halle an der Saale
  • Schulbesuch von 1958 bis 1968 (seit 1959 in Berlin)
  • Berufsbildung und Arbeit als Offsetdrucker von 1968 bis 1972
  • Teilnahme am Zeichenzirkel bei Robert Rehfeldt von 1971 bis 1980
  • verschiedene Tätigkeiten bei der DEWAG Berlin von 1972 bis 1976
  • Ausstellungstechniker bei der Akademie der Künste von 1976 bis 1981;
  • Beginn intensiver Mail-Art-Kontakte in alle Welt und eigener Projekte;
  • Ringen um Anerkennung der künstlerischen Außenseiterposition:
    Zulassung als Zirkelleiter für Malerei und Grafik 1975
    Zulassung für Grafik, Karikatur und Pressezeichnung 1981
    Kandidat im Verband Bildender Künstler Berlin 1983
    Zulassung für Gebrauchsgraphik 1985
    Mitglied im Verband Bildender Künstler Berlin 1986;
  • Beginn der Postkartenserie DENK-ZETTEL 1979 – und Umsetzung von ca. fünfzig Motiven in Poster,
  • Beginn der Fotoserie SCHILDERungen 1986,
  • Gründung der „edition KARTE´ll“ 1991, d.h. Neudruck und Vertrieb von ca. zweihundert Postkartenmotiven und Realisierung vieler Gemeinschaftsprojekte;
  • gestorben in Berlin 2002
  • mehr als fünfzig Einzelausstellungen zwischen Rostock und Plauen von 1974 bis 1989
    unter anderem auch in: Annaberg-Buchholz, Berlin, Boizenburg, Eeklo (Belgien), Gera, Halberstadt, Ichtershausen, Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Meißen, Neubrandenburg, Parchim, Potsdam-Babelsberg, Prenzlau, Quedlinburg, Rostock, Salzwedel, Stahnsdorf, Tangerhütte;
  • viele Einzelausstellungen der SCHILDERungen von 1990 bis 2001
    unter anderem in: Aachen, Berlin, Chemnitz, Gotha, Halle, Kassel, Leipzig, Zehdenick, Zierikzee (Holland);
  • Beteiligung an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellung

 

Das Museum dankt Karla Sachse für die tatkräftige Unterstützung und die Überlassung der originalgrafischen Arbeiten sowie der Dokumente zum Lebeswerk von Joseph W. Huber.

 

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Foto: Vorschaubild zur Meldung: "DENK-ZETTEL" _Arbeiten von Joseph W. Huber (1951-2002)